1comment · 08/06/09 · dear diary

ende neu

wg

mich überhaupt für eine wg zu entscheiden war, anbetracht der hohen mietpreise in stadt und landkreis, nicht so schwer, mich darauf einzulassen aber schon. mit dem wegfall einer eigenen wohnung stiegen meine ansprüche, und in die endauswahl kamen somit nur drei:


eins,

die erste wg, die ich mir ansah, war gar nicht so schlecht. gleich zwei zimmer, zusammen ca. 21m², nur zwei strassen von der firma entfernt und preislich im angenehmen bereich. der mitbewohner war ein einsamer, ehemaliger bauingenieurstudent, der sich einen mitbewohner als freunde-ersatz hält. dank ihm erfuhr ich, dass zwei meiner lieblingsorte in darmstadt in neuer hand sind, und mit ihnen vollkommen an charme verloren haben. der besuch endete enttäuschend.


zwei

die zweite wg war gleich im anschluss dran. sie war vier strassen weiter, im vierten stock an einer der meistbefahrenen strassen darmstadt. die beiden jungs (ich hatte mich sehr schnell darauf geeinigt, das ich nur in eine männer-wg ziehen würde) waren absolut sportbesessen, aber wir verstanden uns hervorragend und aus dem geplanten halbstündigen gespräch wurden so fast anderthalb. mit den beiden hätte ich ein wg-leben, wie es einem immer vorgeschwärmt wird, und preislich war das ganze unschlagbar, allerdings war ich mir nicht sicher, ob es das war, was ich wollte.


oder drei

die dritte und bislang letzte wg war weiter weg, sie hatte den höchsten mietpreis, der auch an meine finanziellen grenzen stieß, aber hatte dafür auch sehr überzeugende 30m² in einem altbau. die beiden mitbewohner waren selbst noch nicht eingezogen, besassen eine halbe stelle an der akademie und wären dadurch nur im schnitt 2-3 tage die woche da. man verstand sich ganz gut, war jedoch etwas distanziert, und somit war schnell klar das dies eine reine zweck-wg werden würde.


letzte chance, vorbei

die dritte wg war genau das, was ich suchte, doch ich hatte angst vor den hohen kosten. ich bat also um ein paar tage bedenkzeit, hatte aber angst das mich der mitbewerber ausschlagen würde und sagte so noch vor ablauf der zeit zu. man traf sich die nächste woche zum mietvertrag unterzeichnen, mangels alternativen geschah dies mit einem bleistift. noch schien sich keiner wirklich wohl bei der ganzen sachen zu fühlen, zu unbekannt und neu war alles. die woche drauf holte ich die schlüssel ab, und sass meine mittagspause über auf dem zimmerboden und versuchte mir vergeblich vorzustellen, wie ich hier leben würde.


kummer

kaum war der mietvertrag unterzeichnet, legte sich plötzlich alle euphorie, mit der ich die tage zuvor noch meine freunde in den wahnsinn getrieben hatte. dadurch machte es mir zwar nichts aus, dass die kisten nicht gepackt werden wollten, oder kein transporter für den von mir ausgesuchten umzugstag aufzutreiben war, aber dafür wurden auch die zweifel größer. plötzlich fühlten sich die paar kilometer an wie tausend, ich hatte angst mich in der stadt nicht zurecht zu finden, und meine mitbewohner kannte ich ja auch nicht wirklich. das unser vormieter kummer hiess, versuchte ich nicht als zeichen zu sehen, und machte mich in den zwei dazugewonnenen tagen daran, alles vorzubereiten.


alles neu macht der juni

dank fehlender nachmieter durfte ich am ersten juni ausziehen. durch die regengüsse an den vorherigen tagen war es etwas weniger schwül, an den temperaturen änderte es jedoch leider nichts. hatte ich die woche zuvor noch meine familie verflucht, so war ich jetzt froh, dass sich meine mutter ums putzen kümmerte, während meine kleine schwester unerwarteterweise noch zum (an)packen dazu kam. schon bei der ersten fuhre waren alle froh, dass ich das zimmer im zweiten stock genommen hatte; änderte jedoch nichts daran, dass wir am ende des tages alle völlig erschöpft auf boden und sofas lagen. t. und m. blieben noch ein bisschen, und beim gucken stupider deutscher fernsehsendungen mit ihnen war ich so glücklich wie schon lange nicht mehr.


gewitter

den nächsten tag nahm ich mir ungefragt frei, um noch ein paar dinge zu erledigen und die wohnung halbwegs in ordnung zu bringen, bevor meine teilzeit-mitbewohner wieder aufschlugen. auch abends zog ich es vor, zu hause zu bleiben und genoss es in meiner auslucht zu sitzen, in die erleuchteten wohnungen der nachbarn zu schauen und als das erste gewitter dieser woche einsetzte träumte ich den wasserfluten hinterher. von abend zu abend kam ich später nach hause, und bekam so gar nicht mit, dass mein einer mitbewohner schon seit zwei tagen da war. als wir uns dann endlich trafen, tranken wir wein und unterhielten uns bis spät in die nacht stundenlang über musiktheorie und japanisches theater.


alltag

den sonntag begann ich, wie ich es in guten zeiten schon immer gerne gemacht habe: luft und sonnenschein in die wohnung lassen, hr1 talk hören und nebenbei die wohnung in schuss bringen. ich freue mich, dass es mir gegönnt ist, die wochenenden alleine in der wohnung zu verbringen, und ich genieße jeden sonnenschein genauso wie jede wolke oder regentropfen. alles scheint derzeit zusammen zu kommen, und ich frage mich, warum ich nicht schon früher ausgezogen bin, auch wenn ich weiss, dass ich dann nicht das hätte, was ich heute habe. ich hoffe, dass diese glückszustände noch eine weile anhalten, und nicht im alltag untergehen.

0comment · 08/05/06 · savoir faire

file under: too long to twitter

die neu gemachten vorsätze, weniger zu diskutieren und kommunikativer zu werden scheinen sich auszuschliessen. hoffentlich klappt das wenigstens mit dem freundlicher werden.

(wobei, wenn zwei jahre in england schon keinen unterschied gemacht haben...)

0comment · 08/04/20 · sulk fiction

...

[…] To die, to sleep—
No more—and by a sleep to say we end
The heart-ache and the thousand natural shocks
That flesh is heir to, 'tis a consummation
Devoutly to be wish'd. […]

2comment · 08/03/20 · aftermath

...

die enttäuschung als ich ihnen mitteilte, dass es bereits einen song namens modimidofrsaso gibt.

0comment · 08/03/19 · chickchat

die leiden des jungen webdesigners

die admins über die derzeit schwierige situation mit uns entwicklern auf engstem raum zu leben: vorher haben wir uns nix übers parsen oder von problemen mit htmlentities anhoeren müssen, die tities mit denen wir zu tun hatten waren gänzlich andere und problematisch waren die auch nicht!

0comment · 08/03/18 · unhappily ever after

...

und als mir kein weiterer umweg oder zwischenstop für uns mehr einfiel weinte der himmel endlich die tränen, die ich solange erfolgreich unterdrückt hatte.

0comment · 08/03/03 · the fear of

drama zum feierabend

an der letzten kreuzung noch mit den kollegen scherzhaft überlegt, wohin die polizei wohl unterwegs ist, um sie dann vor dem eigenen haus wiederzufinden. der rettungswagen stand ein haus weiter, und während ich mich noch beim chef beschwere, das ausgerechnet jetzt die oma nicht da ist, kommt auch schon der nachbar auf mich zugelaufen: "könnten sie bitte bei ihren vermietern klingeln und sagen, der schwiegervater ist gerade durchgedreht. sie sollen sich aber keine sorgen machen. ich erklär das nochmal wenn es wieder ruhig ist."

äh, ja. ich wusste wohl, warum ich bislang jegliche bekanntschaft mit den nachbarn verweigert habe.

7comment · 08/02/27 · savoir faire

...

ist es wirklich so schwer in diesen zeiten einer freundlichen person mit der (annähernd) gleichen freundlichkeit zu erwidern, sei es nun aufgesetzt oder auch nicht?

2comment · 08/02/20 · wheel of future

morgen, kinder, wird's nichts geben

und wenn die eigene unzufriedenheit dann wieder ein unerträgliches mass angenommen hat kommen sie wieder, die ganzen ideen, vorhaben, selbstbeschwörungen und alles muss geändert werden, das umfeld, das verhalten, das eigene ich, ja, das ganz besonders, bedingt es doch alles andere, nur dass wieder nichts dabei heraus kommt ausser vielleicht einer neuen friseur, einer neuen anordnung der möbel und, sofern sie denn lange genug anhielt, ein paar ideen, die angefangen und trotz besseren wissens noch während der umsetzung herausposaunt werden und damit den zenit des schaffens überschreiten, so dass man am ende dann da steht und sich nicht mal mehr ärgert, verflucht, eines besseren belehrt, keine verzweiflung, hoffnungslosigkeit oder hättekönntesollte sich mehr breit macht, man würde wohl von resignation sprechen, würde nicht auch das eine wie auch immer geartete gefühlsregung voraussetzen, so steht man dann also da, weiss, dass auch das alles jemand schonmal viel besser und vor allem kürzer ausgedrückt hat, und erst beim suchen nach dem zitat fällt einem auf, dass selbst das nichts neues hier ist.

2comment · 08/02/13 · the fear of

portishead, support act: kryptik

was ich mich nach dem ausdrucken ja gefragt habe: sollen die wirkich so riesig sein? habe mich dann dagegen entschieden und sie im hochformat ausgedruckt. habe jetzt angst, dass verzerrte barcodes nicht mehr ausgelesen werden können. aber wahrscheinlich ist das wieder sowas wie mit den u-boot-toiletten oder der biergärung...

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